Travel Burnout, oder: Wie mein Trip nach Santa Marta zum Reinfall wurde

Mai 17, 2017

Kommen wir zu meinem ersten Travel Burnout, wenn wir es denn überhaupt so nennen können…

Bei meinem 100-Tage-Jubiläum habe ich schon kurz erwähnt, dass Santa Marta wohl auf meine Liste der Pannen gehört. Wobei Santa Marta selbst gar keine war. Aber der Reihe nach!

Da ich mein San Blas Adventure um ein paar Tage vorverlegt hatte, blieb mir bis zu meinem Flug Cartagena-Medellin eine gute Woche Zeit. Da ein paar Tage in Cartagena ausreichten, plante ich einen Abstecher ins 4 Stunden entfernte Santa Marta. Von dort aus könnte ich den Tayrona Nationalpark besuchen und auch in das verschlafene Örtchen Minca fahren. Soweit so gut.

Über mein Hostel buchte ich einen Shuttle, der mich für umgerechnet 18 Euro von Tür zu Tür brachte. Ohne Bananen-Shopping-Pause… Oh und was für ein Glücksgriff das Masaya Hostel war! Es kam mir schon fast wie ein Luxushotel vor und die 2!!!! Pools riefen meinen Namen.

Bis dahin also alles gut. Beim Mittagessen in der Stadt folgte dann die erste Enttäuschung. Santa Marta hat nicht halb so viel Charme wie Cartagena. Es gibt eine Straße, die mit ein paar Bars und Cafés vielleicht ein klein wenig einladend war, der Rest des Ortes gefiel mir nicht wirklich.

Noch viel nerviger war, dass sich meine Erkältung zurück meldete. In Cartagena war es wie in Panama City. Warum müssen die Klimaanlagen auf Tiefkühltemperaturen eingestellt sein? Sobald ich in einen Laden kam, wickelte ich mich in mein Tuch ein. Zumindest gab es eine vernünftige Apotheke mit Hustentabletten. In Panama City wurden mir nur Tabletten so groß wie meine Fingerkuppe verkauft, die wahrscheinlich nur Traubenzucker enthielten. Ich schweife ab…

Ein kleiner Gruß aus Hamburg…die Hamburg Süd Container begleiten mich weiter

Am Abend merkte ich dann jedenfalls, dass ich ziemlich kaputt war. „Hmmm, so richtig fühlte ich mich da nicht nach einem stundenlangen Spaziergang durch einen Nationalpark! Von Touristen überlaufen soll der auch sein. Und dann sieht man auch nicht so viel. Zumindest nichts, was ich nicht schon in all‘ den Nationalparks vorher gesehen habe. Na dann eben zuerst nach Minca. Ach das kann ich ja auch noch morgens entscheiden.“

Viel zu spät aufgewacht, dann die nächsten Ausreden…“Na für den Park ist es jetzt ja zu spät…Was gab es nochmal in Minca? Hmm eigentlich nur Ruhe und Entspannung und die Natur? Lohnt sich der Weg jetzt überhaupt? Ach ich kann mich ja heute hier entspannen und hole das dann morgen nach! Mache ich halt nur eines von beidem. Schaue ich mir heute eben Santa Marta noch etwas an.“

Gesagt, getan und den ganzen Tag am Pool verbracht. Mal von dem kleinen Spaziergang inklusive Mittagspause abgesehen. Übrigens, falls Du ein Juan Valdez Café findest, lass Dir die Brownies nicht entgehen! Ein Traum!!!!

Als sich der zweite Abend dann dem Ende neigte, wieder der gleiche innere Monolog. „Ach lohnt sich der Park jetzt wirklich? Oder doch Minca? Wie komme ich da nochmal hin? Was mache ich denn da überhaupt? Ach allein ist ja auch langweilig. Ich mag mich um nichts kümmern. Kann ich nicht einfach mal entspannen? Ich entscheide morgen früh, was ich mache.“

Für was habe ich mich entschieden? Richtig, den Pool! Ich weiß nicht, was genau in diesen Tagen mit mir los war. Ich habe die Mini-Erkältung als Ausrede genutzt, um eben nichts zu tun. Ich konnte mich einfach nicht aufraffen. Wofür war ich gleich nochmal nach Santa Marta gefahren?

Unverrichteter Dinge fuhr ich nach Cartagena zurück. Mal eben den ganzen Weg „quasi“ umsonst gefahren und das für zwei Tage am Pool. Bravo Nadine!

Was war nur los? Mir fehlte jede Motivation, etwas zu unternehmen! Das hat mich im Nachhinein selbst überrascht!

Aber irgendwie taten die Tage trotzdem gut. Wenn man allein unterwegs ist, kann man machen, was man will. Und dann gibt es eben Momente, in denen man einfach faul ist und gar nichts macht! Schon allein der Gedanke, mich um die Fahrt kümmern zu müssen, machte mich müde. Natürlich wäre es nicht einmal besonders kompliziert gewesen, aber mich konnte einfach nichts dazu bringen.

Ja sowas kommt wohl vor. Vor lauter Möglichkeiten macht man eben ab und an nichts davon. „Wie war der Park?“ „Ähm, ja, der war auch da…“  Für diese unnötige Aktion hatte ich die Lacher auf meiner Seite. Auch wenn ich mich im Nachhinein etwas ärgere, kann ich es trotzdem gelassen sehen.

Man muss eben auch nicht immer alles sehen.

Und wenn man das Gefühl hat, es geht gerade nicht, dann geht es eben gerade nicht. Man schuldet schließlich niemandem etwas.

Beim nächsten Mal dann…

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply