Bolivia

Atemberaubende Weiten in der größten Salzwüste der Welt „Salar de Uyuni“

Juni 29, 2017
Salar de Uyuni

Da ich die Death Road überlebt hatte, konnte ich meine Reise also fortsetzen. Auf geht’s in den Nachtbus, nächster Halt Uyuni!

Doch vorher gab es eine Ernüchterung zu verkraften. Ich hatte mir so schön überlegt, von La Paz nach Uyuni zu fahren. Dort würde es dann mit einer 3-tägigen Tour durch die Salzwüste Boliviens gehen und schließlich in der Atacama-Wüste in Chile enden. Ich saß also so toll vorbereitet im Büro der Reiseagentur und berichtete, welchen Trip ich buchen wollte.

„Die 3-tägige Tour mit dem Ziel San Pedro de Atacama ist nicht möglich. Es hat zu sehr geschneit, sodass der Nationalpark gesperrt ist!“

Bitte was? Es hat zu sehr geschneit? Weiß die denn nicht, dass ich mehr Bikinis als Pullover im Gepäck habe?! Ich habe mir in Cusco schon Alpaka-Pullover, Mütze und Handschuhe gekauft. Jetzt brauche ich auch noch einen Schlitten? Und wie komme ich jetzt nach Chile?

Ok, durchatmen. Es wird schon alles irgendwie funktionieren. Darum buchte ich meinen Nachtbus und eben nur den Tagesausflug in die Salzwüste. Wie ich dann nach Chile komme, werde ich vor Ort schon noch herausfinden.

10 Stunden Busfahrt mit Eis an den Scheiben(von innen!!!) später erreichte ich Uyuni. Es war kälter als kalt und in einem kleinen Café versuchte ich mich vergeblich an einem Tee aufzuwärmen. Dass es hier in keinem Gebäude Heizungen gibt, sollte ich später noch bibbernd feststellen. Auf über 3.500 Metern Höhe bleibt nichts von der Wärme übrig!

Nach 2 Stunden ging es dann endlich zum eigentlichen Touranbieter und mit 5 weiteren Touris stieg ich in den Jeep. Ziel: Salzwüste.

Der erste Stopp führte uns zunächst zu einem Friedhof. Wobei es sich hier nicht um Menschen sondern über 100 Jahre alte Züge handelte.

Alle Touren starten zur gleichen Uhrzeit. So sieht es dann von der anderen Seite aus:

Nach einem weiteren Halt auf einem Markt ging es dann endlich in die Salzwüste. Wenn uns denn die Lamas durchlassen…

Hier führt übrigens auch die berühmte Dakar Rallye entlang. Unschwer zu erkennen am riesigen Felsbrocken und dem berühmten Fahnenfleck. Hier legten auch wir einen Boxenstopp für die Mittagspause ein.

Salzwüste Salar de Uyuni Bolivien

Und dann endlich…die endlosen Weiten der Salzwüste. Wir fuhren eine halbe Stunde lang ins Nichts. Wir konnten fahren und fahren, die Berge im Hintergrund schienen nicht näher zu kommen. Man verliert hier sofort jegliches Gefühl von Entfernung. Kein Wunder, wir befanden uns schließlich in einer 10.000km² Wüste!

Was kann man da besseres tun, als witzige Fotos schießen. Ich nehme mal an, dass mindestens 50% der Touris für das verrückte Bild hierher kommen. Und ja, auch wir haben eine halbe Stunde nichts als Fotos geschossen.

Salzwüste Salar de Uyuni Bolivien

Und es gab noch einen weiteren Stopp. Mitten in der Salzwüste befindet sich die kleine Insel „Isla del Pescado“, die im Grunde nur aus Kakteen besteht.

Und hier mein heimlicher Favorit des Tages…

Aber als das erledigt war, genossen wir die unglaubliche Ruhe. Ich habe noch nie einen solch komplett stillen Ort erlebt. Wenn man woanders in der Natur unterwegs ist, hört man Vögel oder Grillen zirpen. Aber hier war es mucksmäuschenstill. So still, dass man fast das Blut in den Ohren rauschen hörte.

Und dann dieses Licht! Diese Helligkeit blendete und machte den Ort noch viel unwirklicher. So genossen wir zum Abschied noch den wohl hellsten Sonnenuntergang, den ich je gesehen habe.

Salzwüste Salar de Uyuni Bolivien


So kommst Du in die Salzwüste Salar de Uyuni

Von La Paz fahren mehrere Busse durch die Nacht und innerhalb von ca. 10 Stunden nach Uyuni. Ich bin mit Todo Tourismo (mehr oder weniger bequem) für ca. 30 Euro unterwegs gewesen. Es gibt neben dem Busfahrer auch eine Person, die sich um alles kümmert und sogar ein Abendessen (Reis mit Gemüse) und morgens einen Snack serviert. Abfahrt ist um 21 Uhr, die Ankunft am nächsten Morgen gegen 6 Uhr.

Du kannst die Tour in die Salzwüste bereits in La Paz buchen, oder vor Ort in Uyuni. Sie starten fast alle gegen 10 Uhr. Wenn Du also morgens gegen 6 Uhr mit dem Nachtbus ankommst, kannst Du Deine Tour direkt starten. In Uyuni selbst gibt es eh nichts, was Du sehen musst.

Mein 1-tägiger Trip kostete um die 40 Euro, Mittagessen inklusive. Die 3-tägigen Touren kosten um die 150 Euro, wobei Mahlzeiten und Unterkünfte inklusive sind. Aber Achtung, es wird eiskalt in der Nacht. Packe also genügend warme Sachen ein.

Wenn nicht gerade starker Schneefall die Fahrt unterbricht, kannst Du einen Transport nach San Pedro de Atacama in Chile dazu buchen. Alternativ bringt Dich die Tour nach Uyuni zurück.

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