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Mein Sabbatjahr – noch 7 Wochen bis zur Weltreise

Dezember 9, 2016
Mein Sabbatjahr-noch 7 Wochen bis zur Weltreise

Meine Weltreise – der Countdown läuft

Noch 7 Wochen bis zu meiner Weltreise…Nur noch 49 Tage…Was folgt? 14 Monate Freiheit!

14 Monate voller Abenteuer, neue Länder, neue Menschen. Aber auch Überraschungen, Herausforderungen und Ungewissheit.

Es ist mehr als nur Fernweh…

Seit meinem Schulabschluss war mein Leben von Veränderungen geprägt und im 3-Jahres-Takt stand irgendein Wechsel an. Sei es von der Ausbildung zum Studium, von Frankfurt nach Hamburg, von einem Job zum anderen oder nur in eine neue Wohnung. Hamburg ist seit fast 7 Jahren meine Heimat und war lange Zeit meine große Liebe. Doch seit dem letzten Jahr überkam mich immer wieder eine innere Unruhe. Erst als meine beste Freundin sagte, dass ihr Hamburg nicht mehr das gibt, was sie braucht und sie darum in ihre Heimat zurück wollte, dämmerte es mir.

Auch für mich fühlte es sich so an. Der Drang nach Veränderung war selten größer. Ich muss hier raus, war alles, was ich dachte. Hamburg ist eine tolle Stadt, aber gab auch mir nicht mehr das, was ich vermeintlich suchte.

Aber was suchte ich eigentlich?

Viel Ärger im Büro hat mich frustriert und unglücklich gemacht. Die 6 Wochen Urlaub im Jahr haben das auch nicht mehr ausgleichen können. Bei jeder Gelegenheit habe ich die Koffer gepackt und bin in den Flieger gestiegen. Als ich nach 5 Wochen Mittelamerika wieder im nasskalten Hamburg war, konnte ich mich morgens kaum aus dem Bett quälen. Jeden Tag sehnte ich mich zurück. Mein Kopf schrie nach Veränderung, aber mein Leben hielt mich hier gefangen.

Über Jahre hatte ich es mir aufgebaut. Vernünftige Ausbildung, Studium, Verbeamtung. Ich dachte immer, Sicherheit wäre alles und würde mich glücklich machen. Nun saß ich 8 Stunden vor dem PC und konnte nur an die Abenteuer denken, die da draußen in der Welt auf mich warten. „Ja was willst Du denn machen?“, fragte mich meine Mama damals, als ich todunglücklich vor ihr saß. „In der Welt umher reisen“, antwortete ich damals nur zu mir selbst.

Da ahnte ich noch nicht, dass ich in nicht mal einem Jahr tatsächlich die Chance dafür bekommen würde.

Meine Weltreise

 Wie kann ich mir meinen Traum von einer Weltreise erfüllen?

Nach dem Krisengespräch mit meiner Mama suchte ich nach Möglichkeiten, mir diesen Traum zu erfüllen.

Ein paar Monate unbezahlter Urlaub vielleicht? Meine Wohnung an eine fremde Person zu vermieten war für mich ausgeschlossen. Und ein paar Monate könnte ich sie definitiv bezahlen.

Doch Moment? Meine Wohnung soll nun zwischen mir und meinem größten Traum stehen? Wie bescheuert ist das denn? Gut, wer in Hamburg schon mal eine Wohnung gesucht hat, kann das bestimmt nachvollziehen.

Dann fragte ich meinen ehemaligen Chef aus der Personalabteilung, welche Möglichkeiten ich hätte. „Kannst Du auf Dein halbes Gehalt verzichten?“

Mit dieser Frage fing die Planung meines Sabbatjahres an. In Windeseile war der Antrag geschrieben und nach ein paar Stolpersteinen tatsächlich genehmigt.

Mein Sabbatjahr-Modell besteht aus insgesamt 28 Monaten. Dabei arbeite ich 14 Monate in Vollzeit bei halbem Gehalt. Dafür bin ich dann 14 Monate von der Arbeit frei gestellt – das Gehalt kommt aber weiterhin. Du kannst es Dir so vorstellen, als hätte ich mir die freie Zeit mit Überstunden erarbeitet. Normalerweise erfolgt erst die volle „Ansparphase“, gefolgt von der Freistellung. Mein Antrag erfolgte sehr kurzfristig. Darum werde ich noch einige Monate nach meiner Rückkehr in 2018 auf mein halbes Gehalt verzichten. Als finanziellen Ausgleich habe ich noch einen 450 Euro-Job. Frag Deinen Arbeitgeber, ob Du solche Möglichkeiten auch hast!

Und jetzt sind es also nur noch 7 Wochen, bis ich in den Flieger steige. Von Kuba geht es dann einmal um die Welt!

Warum eine Weltreise mit 30 besser ist als mit 20!

Den Traum von einer Weltreise habe ich schon so lange. Doch bin ich froh, dass ich mich erst jetzt auf den Weg mache. Durch meine Trips nach Mittelamerika und Südostasien habe ich erste Erfahrungen mit dem Alleinreisen gemacht. Ich konnte mir ein finanzielles Polster anlegen. Da ich ein Sabbatjahr mache, habe ich außerdem ein regelmäßiges Einkommen. Ich weiß, was ich will. Gut, ich glaube es zumindest. Wäre ich mit 20 unterwegs gewesen, hätte ich wahrscheinlich meine Zeit nur auf Partys und mit Faulenzen am Strand verbracht. Jetzt will ich in das Leben der Menschen eintauchen und so viele Eindrücke aufsaugen, wie es nur irgend geht.

Bei der Weltreise auf der Suche nach Antworten

Das ist doch nur eine Flucht aus der Situation hier!

Das musste ich öfter hören. Und ja, es mag so aussehen. Aber ist es eine Flucht, wenn ich mir einen Traum erfülle, den ich schon als Teenager hatte? Ist es eine Flucht, wenn ich in einer deprimierenden Situation das offene Fenster suche, anstatt auf die geschlossene Tür zu schauen?

Von mir aus, sollen es doch andere als Flucht ansehen. Selten hat sich eine Entscheidung so richtig angefühlt. Und das lasse ich mir bestimmt nicht vermiesen! Die Vorfreude auf die bevorstehende Zeit lässt sich eh kaum noch ausdrücken. Und ich weiß, was ich von meiner Weltreise erwarte…

Meine Weltreise

Meine Chance, endlich Antworten zu finden

Ich will wissen, wie es ist, so lange von zu Hause weg zu sein und ob ich Heimweh bekommen werde.

Ich will meine Stärken und Schwächen kennen lernen.

Ich will wissen, wie ich mit unvorhergesehenen Problemen umgehe.

Ich will von anderen Menschen lernen, was das Leben lebenswert macht.

Ich will wissen, was man für ein glückliches Leben braucht.

Ich will aus meiner Komfortzone heraus kommen.

Ich will wissen, ob ich eine Nomadin bin, die ständig Veränderung braucht, oder doch Wurzeln schlagen muss.

Ich will Angst spüren und es trotzdem machen.

Ich will wissen, ob ich nicht doch an einen anderen Ort auf dieser Welt gehöre.

Ich will Erfahrungen sammeln, die ich mir jetzt nicht mal vorstellen kann.

 

Ich will wieder kommen und wissen was ich will und wieder ein Ziel im Leben haben. Einen neuen Traum. Meinen neuen Traum. Ganz egal, was andere Leute von mir erwarten oder auch nicht.

Ist das zu viel verlangt? Ich weiß es nicht. Das kann ich dann hoffentlich am 31.03.2018 beantworten, wenn zumindest diese Reise endet.

Hast Du schon eine Weltreise gemacht? Mit welchen Erwartungen bist Du losgefahren und mit welchen Erfahrungen zurück gekehrt?

Gibt es überhaupt richtige Antworten auf meine Fragen?

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2 Comments

  • Reply Janine Februar 2, 2017 at 10:13 am

    Toller Beitrag! Und ich finde es einfach nur super, dass du das machst, was dich glücklich macht! Eine Freundin von mir steht mehr oder weniger vor dem selben Problem, raus zu wollen, die Welt sehen zu wollen, sie fühlt sich hier nicht erfüllt. Und dein „Kompromiss“ mit dem Sabbatjahr ist doch eigentlich das beste was man machen kann! 🙂 Genieße die Zeit! Und genieße auch jetzt schon die Zeit der Vorfreude und der Planung ♥ Hach, jetzt bin ich neidisch. Ich liebe das reisen auch so sehr. Wer weiß, vielleicht zieht es mich auch nochmal auf so ein Abenteuer raus in die Welt 🙂

    • Reply Nadine Februar 7, 2017 at 1:05 am

      Ganz vielen Dank für deinen super lieben Kommentar! Das Reisen ist einfach das beste! Sonst komm einfach ein Stück mit
      Ganz liebe Grüße aus Viñales

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