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Mei Fazit nach 2 Monaten auf Weltreise und warum nicht jeder Tag der Schönste meines Lebens ist

April 2, 2017

2 Monate

4 Länder, 18 Orte

6 Flüge, 14 Busse, 3 Boote = 16.268 km

16 Hostels, 4 Apartments, 1 Hotel = 21 Betten

(NUR!!) 1 Magenverstimmung (nach 3 Tagen auf Kuba)

2 Monate bin ich nun schon unterwegs und von Heimweh fehlt jede Spur. Eher kam mir schon der Gedanke, dass selbst die verbleibenden 12 Monate nicht genug sein werden, um meine Reiselust zu stillen. Aber das ist vielleicht auch schon etwas zu weit vorgegriffen.

Doch ist jeder Tag außergewöhnlich toll? Absolut nicht. Es gibt immer mal wieder kleine Durchhänger, die mich auf meiner Reise begleiten. Ganz besonders dann, wenn ich mich mal wieder von tollen Menschen verabschieden musste, die mich einen kurzen Zeitraum über begleitet haben. Den Tag nach so einem Abschied verbringe ich oft für mich allein. Da möchte ich mich am liebsten einfach nur zurückziehen und niemanden sehen. Die Leute, die ich dann treffe, sehen mich dann vielleicht als introvertierte Einzelgängerin. Dabei fehlt mir in diesem Moment einfach nur gerade die Kraft, mich aufs Neue zu öffnen und den ersten Smalltalk zu überwinden. Ich weiß gar nicht, wie oft ich mittlerweile meine Geschichte erzählt habe…

Auch nicht jeder Ort ist der tollste, den ich je gesehen habe. Ab und an konnte mich die neue Umgebung nicht überzeugen. Meine Flexibilität hat auch schon dafür gesorgt, dass ich für einen vermeintlich tollen Ort mein kleines Paradies viel zu früh verlassen hatte. „Wäre ich doch nur länger geblieben!“

Es ist schon absurd, wie sich der Weg gestaltet. Welche Entscheidungen sich als goldrichtig und welche sich als falsch herausstellen. Kann man hier überhaupt von richtig und falsch reden? Und ist nicht eh der Weg das Ziel?

Jeder Abschied hat immer auch wieder zu einem Neuanfang geführt. Nach einer kurzen Zeit allein, tauchten wieder tolle neue Menschen auf, die mir diesen Trip so versüßen.

Franziska, die ich zwei Mal treffen durfte, hatte mich in diesem Hin und Her erwischt. Noch in Montezuma war mir nach Alleinsein zumute. Sie war so lieb und aufmerksam, dass ich schon ein schlechtes Gewissen hatte, sie in diesem Moment mit so kurzen Antworten abgefertigt zu haben. Zum Glück tauchte sie in Quepos wieder auf und blieb mir für ein paar weitere Tage erhalten.

„Man trifft immer die Menschen, die man treffen soll!“ Ja genau so ist es!

Und außerdem… „Die Seele reist hinterher!“

Auch wenn sie es als Kalendersprüche abgetan hatte, sie hatte so Recht! Noch eine Weile blieben mir die Zitate im Kopf hängen. Genau das hatte ich bereits erlebt. Ab und an wusste ich einen Ort erst zu schätzen, als ich schon wieder weg war.

Wenn man so lange unterwegs ist, bleibt einem keine Zeit, das Erlebte zu verarbeiten. Ich lese in meinem Tagebuch, was ich vor 2 Wochen gemacht habe und bekomme das Gefühl, jemand anderes hätte es geschrieben. So schnell erscheinen mir die Dinge völlig weit weg. Ich werde auch noch Jahre nach dieser Weltreise die Geschehnisse verarbeiten.

Was ich bereits gelernt habe, ist diese Emotionen einfach zuzulassen. Ich habe einen Durchhänger? Dann ist es so. Das Gefühl geht schnell und vor allem von allein wieder weg.

Mir gefällt es irgendwo nicht besonders? Nicht jeder Ort kann der schönste der Welt sein. Ich mache mich nicht verrückt, um krampfhaft etwas Besonderes zu finden.

Jeder Tag dieser Reise ist schon ein Geschenk genug! Und mit jedem Neuen kommen wieder neue Möglichkeiten und vor allem Menschen, die für neue, tolle Geschichten sorgen! Und genau dieser Ausblick vertreibt ein Tief sofort wieder!

Ich kann kaum erwarten, was da noch auf mich zukommt!

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