Faultier-Overload im Jaguar Rescue Center

April 13, 2017

Schon bevor ich nach Puerto Viejo kam, hörte ich von dem Jaguar Rescue Center an der Karibikküste von Costa Rica. Als absoluter Faultier-Fan musste ich dort natürlich unbedingt vorbei schauen. Und ich wurde sowas von belohnt! Noch nie konnte ich meine Seelenverwandten von so Nahem betrachten. Noch dazu kam, dass ich mit dem Eintritt von 20 $ etwas Gutes getan habe.

Denn aus dem ganzen Land werden verletzte Wildtiere in diese „Auffangstation“ gebracht. Dort werden sie so lange gepflegt, bis sie wieder allein in der freien Natur überleben können. 2 Mal am Tag werden die Führungen angeboten, bei denen man die Geschichte der verletzten Wildtiere erfährt. Die Eintrittsgelder und Spenden finanzieren das Jaguar Rescue Center.

Wir kamen zunächst bei diesen süßen Affen vorbei. Was hier nach Zoo aussieht, ist eigentlich ein Krankenhaus für Tiere. Jeder dieser Affen wurde schwer verletzt oder als einsames Baby im Wald gefunden und in das Jaguar Rescue Center gebracht. Gebrochene Knochen werden behandelt, Babys aufgezogen. Und 2 Mal am Tag gehen die Volunteers mit den Affen im Wald „spazieren“. Kaum zu glauben, aber sie alle hören auf ihre Namen. Ist der Spaziergang zu Ende, rufen die Volunteers nach ihnen und sie kommen angelaufen. Wenn nicht, haben sie vielleicht schon wieder den Weg zurück in die freie Natur gefunden. Es wird im Grunde den Tieren selbst überlassen, ob sie schon wieder für das „Leben da draußen“ bereit sind.

Es mag auf dem Bild täuschen, aber dieser Kleine war nur am Posen für unsere Bilder und sprang sonst fröhlich hin und her! Er entkam einem Leben, das man sich kaum vorstellen kann. Ein Mann hielt diesen Affen gefangen, sperrte ihn im Kofferraum ein und gab ihm nur Fast Food und Kaffee!! Es dauerte Wochen, bis er Obst als Nahrung akzeptierte. Menschen können so grausam sein. Er war leider nicht das einzige Tier, welches von einem Menschen gequält wurde…

Aber kommen wir zu diesem tapferen Geschöpf. Auf den ersten Blick scheint es diesem Faultier ziemlich gut zu gehen…

Der Süßen fehlt ein Arm. Und so lange, bis sie lernt, auch ohne zu überleben, bleibt sie im Rescue Center.

Leider sind die Stromkabel in Costa Rica nicht isoliert, sodass sich die Affen und Faultiere oft schwere Verbrennungen zuziehen.

Wenn ein Faultierbaby seine Mutter verliert, hat es in der freien Natur keine Überlebenschance. Wie gut, wenn sie hier landen. Dieses Körbchen voller Babys hätte ich am liebsten mitgenommen.

Und was beobachtet dieser Kleine?

„Hmmmm, mal gucken, was der da macht…“

„Du hast da was auf der Schulter…“

„Hahahahahahaaaaa…. hhmmmm, ob der Fleck wieder rausgeht?“

Ach und hatte ich schon erwähnt, dass es viele Faultiere dort gibt? 🙂 Kann man von diesem Anblick je genug bekommen?

 

Eine ganz andere Geschichte erzählen die nächsten beiden Tiere. Der Pelikan Pistachio wird sich nie wieder von seiner Flügelverletzung erholen und kann nicht ausgewildert werden. Darum wurde er soweit gezähmt, dass er frei umher laufen kann.

Das Krokodil hingegen darf nicht ausgewildert werden. In Costa Rica wurden bereits zu viele Menschen von ihnen verletzt, sodass sie als Problem gelten. Jetzt versucht das Jaguar Rescue Center einen Weg zu finden, dem Krokodil das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten.

Das Jaguar Rescue Center veranstaltet auch Rundgänge für Schulklassen, um sie über die giftigen Schlangen aufzuklären. Das sind die einziegen Tiere, die tatsächlich ähnlich wie in einem Zoo gehalten werden. Aber sie werden nach ein paar Monaten „ausgetauscht“, sodass sie nicht ihr ganzes Leben im Käfig verbringen.

Fast 2 Stunden wurden wir durch das Jaguar Rescue Center geführt und hörten die Geschichten der Tiere. Es war unglaublich spannend und jeden Cent wert.

Wenn Du also in Puerto Viejo bist, schnappe Dir am Besten ein Fahrrad und düse die 4 km rüber! Du musst unbedingt 15 Minuten vor Tourstart dort sein, damit Du an der Führung teilnehmen kannst. Die Führungen beginnen um 9.30Uhr und 11.30Uhr. Vorher reservieren brauchst Du nicht. Habe am Besten neben den 20US$ Eintritt auch für Deinen „Tourguide“ ein kleines Trinkgeld parat! Glaub mir, es ist jeden Cent wert!

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