Destinations, Diary

Noch ein ganzes Drittel – Der letzte Teil meiner Weltreise beginnt

November 15, 2017

Mein Glas ist noch zu einem Drittel gefüllt…nicht zu zwei Dritteln leer.

Das versuche ich mir zumindest einzureden, wo jetzt tatsächlich schon der Großteil meiner Weltreise hinter mir liegt. So habe ich jetzt noch ca. 4,5 Monate vor mir. Was sich für die arbeitende Bevölkerung sehr lang anhört, klingt für den Langzeitreisenden so, als wäre die Reise morgen zu Ende.

Aber bevor ich mich auf das letzte Drittel meiner Reise freue, wird es Zeit, kurz zurück zu schauen. Und da ich ein Fan von unsinnigen Fakten bin…

Hier eine Zusammenfassung in Zahlen:

9,5 Monate, 40 Wochen

3 Kontinente, 16 Länder

81.693 km zurückgelegte Strecke

31 Flugzeuge, 55 Busse, 11 Boote, 3 Züge, 18 Autos/fahrten

ca. 2.200 zurückgelegte Kilometer zu Fuß (nur grob nach dem Schrittzähler im Handy hoch gerechnet, gefühlt mehr ;-))

62 Hostels, 14 Hotels, 13 Apartments (AirBnB, Freunde, etc), 3 Motels, 3 Hängematten auf einsamen Inseln, 1 Camper

93 Betten, 3 Hängematten, 1 Couch

4 Magenverstimmungen, 2 Erkältungen, 2 Sonnenbrände, mind. 12.324 Mückenstiche, 1 Bettwanze

0 !!!! verpasste Flüge/Busse/etc, verlorene Gepäckstücke, Kreditkartenmissbrauch, Diebstahl, etc. (klopf auf Holz)

1 Mal vorm falschen Hostel gestanden

Verlust: 1 Uhr, 1 Hose, 2 Paar Schuhe (alles selbst kaputt gemacht ;-))

1 Mal die komplette Wäsche mit einem rosa Schimmer von der Laundry zurück bekommen

2 Architektonische Weltwunder (Empire State Building, Panamakanal)

2 Neue Weltwunder (Machu Picchu, Christo Redentor)

2 Weltwunder der Natur (Iguazu-Wasserfälle, Amazonas)

Unzählige weitere Weltkulturerben und Weltwunder (es gibt einfach zu viele Listen)

14 Bucket List Momente und unzählige mehr, von denen ich vorher gar nichts wusste

Was waren meine Highlights?

Eigentlich ist es anderen Orten gegenüber unfair, Highlights heraus zu picken. Irgendwie ist es ja doch die Reise selbst, die so besonders ist. Aber gut, der eine oder andere Moment war eben doch atemberaubend.

Meine letzte Zusammenfassung gab es nach 100 Tagen. Meine Halbzeit habe ich irgendwie verpennt, bzw. bin ich zu der Zeit einfach nicht zum Schreiben gekommen. Zumindest konnte ich von meiner Liebe zu Südamerika berichten.

Hier gehe ich den Weg zurück bis zum Mai, wo ich gleich mehrere Bucket List Momente abhaken konnte.

Sei es die Schaukel am Ende der Welt, oder Machu Picchu. Halbnackt stand ich plötzlich in der Salzwüste und war kurze Zeit später auf dem Mond. Nur um mich dann in meine neue Lieblingsstadt Buenos Aires zu verlieben.

Ohne Überfälle in Rio de Janeiro,  feierte ich kurz danach meinen Geburtstag in New York City. Noch mehr Freunde sah ich dann in Montreal und Boston. Der Roadtrip quer durch die Nationalparks führte mich schließlich nach Vancouver, wo meine Eltern auf mich warteten und wir die Orcas bestaunten. Und dann kam Hawaii, ja das war zurück blickend eines der größten Highlights!

Doch mit Fidschi, der Great Ocean Road von Australien und Schwimmen mit Delfinen in Neuseeland (liest Du bald) kamen noch weitere tolle Momente hinzu.

Und was kommt noch?

Natürlich ist der Blog wie immer hinterher…Ich schreibe die Zeilen gerade aus Neuseeland. Von dort aus wird es nicht wie ursprünglich geplant nach Asien gehen. Lange habe ich überlegt, wie ich meine „letzten Monate“ verbringen soll.

Anfangs habe ich so viel wie möglich gesehen und immer wieder mein Herz an neue Traumziele verloren. Soll ich nun die Zeit nutzen, noch weiter neue Orte zu erkunden? Oder meine Lieblingsorte in vollen Zügen genießen?

Tagelang habe ich mich mit Flugsuchmaschinen und der Weltkarte beschäftigt. Dann fand ich ein fantastisches Angebot für einen Flug von Auckland nach Buenos Aires. 1 Sekunde später war die Entscheidung gefällt. Anstatt über Asien wieder nach Hause zu kommen, geht es für mich zurück nach Südamerika. Dort, wo mein Herz eben am lautesten geschlagen hat und wie hier schon prophezeit- nach Buenos Aires.

So bleibe ich im Paris von Südamerika für ein paar Wochen, bevor es dann nach…hhmm…keine Ahnung…weiter geht. Das entscheide ich dann von dort aus. Bis jetzt steht Ecuador ganz oben auf der Liste. Insbesondere einen kleinen Ort an der Küste, der mir aufgrund meiner gebuchten Tour damals entgangen ist, möchte ich noch besuchen. Dann will mir Jill auf Roatan, Honduras, das Tauchen beibringen. Das darf ich auf keinen Fall verpassen!

Meine letzten Wochen möchte ich in Costa Rica verbringen. Meinem Lieblingsland…Es gibt noch immer Orte, die ich dort entdecken möchte. Außerdem möchte ich zurück zu meinen geliebten Faultieren und den Stränden, die mir den Atem geraubt haben!

Ja und dann… oh je, dann bin ich gespannt, wie sich nach über einem Jahr das nach Hause kommen anfühlen wird! Aber ich freue mich unglaublich auf meine Freunde und Familie. Nach nun fast 10 Monaten fehlen sie mir sehr. Und wie ich wieder im Büro sitzen soll weiß ich jetzt auch noch nicht so genau 🙂

Aber das Glas ist ja zu einem Drittel voll, oder so ähnlich…

Fiji

Verschollen…auf den Spuren von Tom Hanks in Fidschi

November 13, 2017

Absolut ungeplant landete ich tatsächlich wieder mal an einem ehemaligen Set eines Films von Tom Hanks. Dieses Mal war es „Verschollen“.

Meine kleine Insel Mana lag direkt um die Ecke der berühmten Insel. Mit Wilson machte ich mich also auf Erkundungstour. Mit dem am härtesten arbeitenden Tourguide…

Schon allein die Fahrt zur Insel war ein Traum!

Auf der Insel angekommen, kletterten wir zuerst den kleinen Berg hinauf und genossen die Aussicht.

Wilsooooonnnn, uns findet schon jemand!

Ganz allein waren wir nicht…

Weiter ging es auf den Spuren von Tom Hanks. So fuhren wir einmal um die Insel herum und fanden seinen Schlafplatz.

Und eine einsame Palme.

Auch wenn die Touris vor Ort keine „einsame Insel-Stimmung“ aufkommen ließen, die Schönheit der Insel überzeugte auf jeden Fall!


So kommst Du auf die Cast away-Insel

  • wirklich jeder Tourveranstalter bietet Touren zu der Insel an, also einfach einen aussuchen und buchen
  • je nachdem, auf welcher Insel Du bist, variieren die Preise
  • Kosten von Mana ca. 30 EUR
Fiji

Fidschi – für die einen Paradies, für die anderen einseitige Realität

November 10, 2017

Auf dem Weg von Hawaii nach Australien konnte ich mir diesen Zwischenstopp nicht entgehen lassen. Eigentlich wollte ich nach Samoa, aber die Flüge waren mir dann doch zu teuer. Also landete ich auf Fidschi.

Im Grunde ohne jeglichen Plan kam ich in Nadi an und zog für 2 Nächte in das Hostel direkt am Strand, was ich mir schön vorstellte. Aber, mein Aufenthaltsort war umgeben von Baustellen und einem Meer, das der Brühe in der Elbe ähnelte. Oh je, ich hatte weißen Sand und türkisfarbenes Wasser erwartet.

Wie gut, dass mein Hostel ein kleines Reisebüro hatte und ich bald im Boot Richtung Mana saß. Fidschi ist alles andere als günstig. So viele Inseln es gibt, so viele Ressorts findet man auch. Darauf hatte ich ja so gar keine Lust. Mein Hostel war zwar günstiger, dafür war der Begriff „basic“ aber auch noch übertrieben.

Aber ich hatte meinen weißen Strand und türkises Meer, so wie ich es mir vorgestellt hatte. Was mir aber am meisten gefiel, waren die Leute auf der Insel. Mit den wenigen Backpackern waren wir die ganze Zeit mit den Locals unterwegs. Ob beim Lagerfeuer am Strand oder zu Besuch in der Schule, tagsüber gab es immer etwas zu unternehmen.

Auch wenn ich anfangs vom fehlenden Internet genervt war, wo ich mit dem Blog schon so weit hinterher hing, so sehr genoss ich es dann doch. Es tat gut, mal das Handy in der Tasche zu lassen und in den Tag hinein zu leben. Mal mit Buch am Strand, dann mit dem Schnorchel im Wasser oder mit dem Boot unterwegs.

Jedoch fragte ich mich jeden Tag, wie sich ein Leben auf Fidschi wohl anfühlen muss. Jeder Local den ich fragte, hatte das Land noch nie verlassen. Wenn ich den Kindern während des  Sonnenuntergangs, im Wasser planschend, zuschaute, strahlten sie eine besondere Freude aus. Sie wirkten so unbeschwert.

Die jungen Männer hingegen saßen jeden Abend in der Runde und tranken Kava. Aus diesem „Rauschpfeffer“ wird ein Pulver gewonnen, welches mit Wasser gemischt ein Getränk ergibt. Es soll berauschend wirken, schmeckt allerdings so, als würde man aus einer Pfütze trinken. Beim ersten Schluck wird der Mund etwas taub, viel mehr passiert eigentlich nicht.

Stundenlang sitzen sie um die Schüssel herum und reichen die Brühe in einer Kokosnussschale herum. Da waren die unbeschwerten Spielereien der Kinder vergessen und der Eindruck von Langeweile machte sich breit. Und Perspektivlosigkeit.

Sie leben dort in kleinen Wellblechhütten, Plastikmüll überall und das Bild vom Paradies verschwindet wieder.

Für mich war es nur ein kleiner Zwischenstopp. Ich konnte ein paar Tage einfach nur entspannen. Die Locals hingegen sind von uns Touristen abhängig und müssen davon leben. Darin liegt eben der Unterschied, ob man die Wahl hat oder dort „gefangen“ ist. Während ich jederzeit in den Flieger steigen kann, heißt es für sie nur, heute wieder Kava oder nicht…

USA

Auf heißen Kohlen – im Volcano National Park von Hawaii

November 8, 2017

Als ich letztes Jahr durch Mittelamerika gereist bin, habe ich meine große Liebe zu Vulkanen entdeckt. Wo Berge für mich eine Mauer darstellen, mich einsperren und das Gefühl von Freiheit rauben, faszinieren mich Vulkane nur.

Oft stehen sie allein da, was die Mauer (die vielleicht nur in meinem Kopf ist) definitiv auflöst. Und dann ist da immer auch die Gefahr, die im Untergrund brodelt. Ist der Vulkan nun aktiv oder nicht, schläft er gerade, wird er ausbrechen oder ist jeglicher Ausbruch längst Geschichte…dieses Ungewisse liebe ich.

Den Vulkan Fuego in Guatemala ausbrechen zu sehen und den Vulkan Cerro Negro in Nicaragua herunter zu rutschen, gehören zu meinen liebsten Erinnerungen an Mittelamerika.

Darum musste ich einfach zur Big Island von Hawaii. Ich wollte wieder hautnah beim Vulkan sein. Und schon der Landeanflug gab uns die Sicht auf die vielen Lavafelder. Man konnte an jeder Ecke spüren, wie der Vulkan diese Insel geformt hat.

Von Kona fuhren wir also zum Volcano National Park. Wir kamen an dampfenden Erdlöchern vorbei, konnten in Krater schauen und über einen Lavasee laufen.

Ein kleiner Weg führt einmal um den Krater herum.

Der Weg führte uns schließlich bis zum Meer herunter.

Schon von oben sieht man, wie die Lava in das Meer floss und die Insel so größer und größer werden ließ. Natürlich waren die „heißen Kohlen“ nicht mehr heiß, aber auf Lava zu laufen, war schon besonders.

Vor allem aber die kleinen Pflanzen, die sich ihren Raum wieder zurück erobern, haben mich beeindruckt. In vielen Jahren wird von der Lava nicht mehr viel zu sehen sein. Dann werden die Pflanzen diesen Ort zurück erobert haben.

Wie auch schon auf den Galapagosinseln, gab es einen Lavatunnel, durch den wir gehen konnten.

Bei den Aussichten war eigentlich eh der Weg das Ziel.

Wobei am Ziel, also am Meer, dann doch noch dieses Highlight auf uns wartete…


Der Volcano National Park von Hawaii

  • Infos auf der Homepage
  • Eintritt: ca.25 USD
USA

Von der Nacht, als ich mit Mantarochen schnorchelte

November 6, 2017

Es gab zwei Gründe, warum Jill und ich uns für den Flug zur Big Island entschlossen. Einer davon befand sich im Wasser. Direkt vor der Küste Konas kann man mit Mantarochen tauchen! Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. Nach kurzer Recherche entschieden wir uns für die Big Island Divers.

Bei schönstem Sonnenuntergang ging es dann mit dem Boot auf ins Abenteuer.

Auf dem Meeresboden wurden Lampen installiert, die bei Dunkelheit eingeschaltet werden. Das Plankton glaubt, es sei Tag und beginnt nach oben zu steigen. Abendbrot für die Mantas!

Jill saß also mit Sauerstoffflasche am Boden, ich planschte mit meinem Schnorchel an der Wasseroberfläche über ihr. Während es sich die Taucher mit einem Stein auf dem Schoß um die Lampen herum gemütlich machten, hielten wir „Schnorchler“ uns an einem umfunktionierten Surfbrett fest.

Wir waren noch gar nicht ganz im Wasser, da konnte ich meinen Augen kaum trauen. Zwischen uns schwebten riesige, teilweise 4 Meter große Mantarochen hin und her!

Fast eine Stunde lang starrten wir also wie gebannt auf diese wahnsinnigen Geschöpfe. Wie sie durch die Luft schwebten, oder in den typisch kreisenden Bewegungen das Plankton aufnahmen…einfach unglaublich.

Dabei kamen sie mir so nah, dass ich fast schon die Luft anhalten musste und jeden Moment darauf wartete, dass sie mich berühren würden. Ab und an passte höchstens noch ein Blatt Papier zwischen uns. Und bei der Größe hatte ich fast Angst, in dem riesigen Maul zu verschwinden.

Das stellte sogar meinen Schnorchelausflug auf den Galapagos-Inseln in den Schatten! Wenn ich auch etwas auf die Taucher neidisch war. Denn wenn wir direkt über ihnen waren, nahmen mir ihre Sauerstoffblasen etwas die Sicht. Zudem ist dann das Licht von unten so grell, dass man von den Mantas nur noch die Umrisse erkennt.

Falls Du also einen Tauchschein hast, wähle definitiv diese Variante, auch wenn sie teurer ist.


So erlebst Du die Mantarochen

  • wir wählten die Big Island Divers und waren äußerst zufrieden
  • Kosten: Schnorcheln ca. 115 USD, Tauchen inkl. Ausrüstung ca. 200 USD
  • Dauer: ca. 18 bis 21.30 Uhr
  • Tauchen nur mit vorhandener Zertifizierung möglich
USA

Inception auf der Big Island von Hawaii

November 3, 2017
Big Island Hawaii

Nein, ich war nicht schon wieder in einem Filmset gelandet. Aber das Drehbuch hätte nicht besser sein können.  Denn auf der Big Island war ich im Traum vom Traum meines Traumes. Kannst Du mir folgen?

Die Weltreise ist der größte Traum, den ich seit Jahren hatte und seit Januar leben darf. Hawaii ist der Traum im Traum. Denn dieses Ziel ist eben genau das. Einfach perfekt und wunderschön. Und dann hatte ich da noch eine letzte Wunschvorstellung… In meinem Traumauto, einem Jeep Wrangler, wollte ich die Küste Hawaiis entlang fahren. Auf der einen Seite der Vulkan, auf der anderen das Meer. Und man soll sich ja auch ab und an etwas gönnen, oder?

Super aufgeregt stieg ich in Kona aus dem Flieger und konnte Jill gar nicht schnell genug zu den Mietautos zerren. Und tadaaaaa:

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