Atemberaubende Weiten in der größten Salzwüste der Welt „Salar de Uyuni“

Juni 29, 2017

Da ich die Death Road überlebt hatte, konnte ich meine Reise also fortsetzen. Auf geht’s in den Nachtbus, nächster Halt Uyuni!

Doch vorher gab es eine Ernüchterung zu verkraften. Ich hatte mir so schön überlegt, von La Paz nach Uyuni zu fahren. Dort würde es dann mit einer 3-tägigen Tour durch die Salzwüste Boliviens gehen und schließlich in der Atacama-Wüste in Chile enden. Ich saß also so toll vorbereitet im Büro der Reiseagentur und berichtete, welchen Trip ich buchen wollte.

„Die 3-tägige Tour mit dem Ziel San Pedro de Atacama ist nicht möglich. Es hat zu sehr geschneit, sodass der Nationalpark gesperrt ist!“

Bitte was? Es hat zu sehr geschneit? Weiß die denn nicht, dass ich mehr Bikinis als Pullover im Gepäck habe?! Ich habe mir in Cusco schon Alpaka-Pullover, Mütze und Handschuhe gekauft. Jetzt brauche ich auch noch einen Schlitten? Und wie komme ich jetzt nach Chile?

Ok, durchatmen. Es wird schon alles irgendwie funktionieren. Darum buchte ich meinen Nachtbus und eben nur den Tagesausflug in die Salzwüste. Wie ich dann nach Chile komme, werde ich vor Ort schon noch herausfinden.

10 Stunden Busfahrt mit Eis an den Scheiben(von innen!!!) später erreichte ich Uyuni. Es war kälter als kalt und in einem kleinen Café versuchte ich mich vergeblich an einem Tee aufzuwärmen. Dass es hier in keinem Gebäude Heizungen gibt, sollte ich später noch bibbernd feststellen. Auf über 3.500 Metern Höhe bleibt nichts von der Wärme übrig!

Nach 2 Stunden ging es dann endlich zum eigentlichen Touranbieter und mit 5 weiteren Touris stieg ich in den Jeep. Ziel: Salzwüste.

Der erste Stopp führte uns zunächst zu einem Friedhof. Wobei es sich hier nicht um Menschen sondern über 100 Jahre alte Züge handelte.

Alle Touren starten zur gleichen Uhrzeit. So sieht es dann von der anderen Seite aus:

Nach einem weiteren Halt auf einem Markt ging es dann endlich in die Salzwüste. Wenn uns denn die Lamas durchlassen…

Hier führt übrigens auch die berühmte Dakar Rallye entlang. Unschwer zu erkennen am riesigen Felsbrocken und dem berühmten Fahnenfleck. Hier legten auch wir einen Boxenstopp für die Mittagspause ein.

Salzwüste Salar de Uyuni Bolivien

Und dann endlich…die endlosen Weiten der Salzwüste. Wir fuhren eine halbe Stunde lang ins Nichts. Wir konnten fahren und fahren, die Berge im Hintergrund schienen nicht näher zu kommen. Man verliert hier sofort jegliches Gefühl von Entfernung. Kein Wunder, wir befanden uns schließlich in einer 10.000km² Wüste!

Was kann man da besseres tun, als witzige Fotos schießen. Ich nehme mal an, dass mindestens 50% der Touris für das verrückte Bild hierher kommen. Und ja, auch wir haben eine halbe Stunde nichts als Fotos geschossen.

Salzwüste Salar de Uyuni Bolivien

Und es gab noch einen weiteren Stopp. Mitten in der Salzwüste befindet sich die kleine Insel „Isla del Pescado“, die im Grunde nur aus Kakteen besteht.

Und hier mein heimlicher Favorit des Tages…

Aber als das erledigt war, genossen wir die unglaubliche Ruhe. Ich habe noch nie einen solch komplett stillen Ort erlebt. Wenn man woanders in der Natur unterwegs ist, hört man Vögel oder Grillen zirpen. Aber hier war es mucksmäuschenstill. So still, dass man fast das Blut in den Ohren rauschen hörte.

Und dann dieses Licht! Diese Helligkeit blendete und machte den Ort noch viel unwirklicher. So genossen wir zum Abschied noch den wohl hellsten Sonnenuntergang, den ich je gesehen habe.

Salzwüste Salar de Uyuni Bolivien


So kommst Du in die Salzwüste Salar de Uyuni

Von La Paz fahren mehrere Busse durch die Nacht und innerhalb von ca. 10 Stunden nach Uyuni. Ich bin mit Todo Tourismo (mehr oder weniger bequem) für ca. 30 Euro unterwegs gewesen. Es gibt neben dem Busfahrer auch eine Person, die sich um alles kümmert und sogar ein Abendessen (Reis mit Gemüse) und morgens einen Snack serviert. Abfahrt ist um 21 Uhr, die Ankunft am nächsten Morgen gegen 6 Uhr.

Du kannst die Tour in die Salzwüste bereits in La Paz buchen, oder vor Ort in Uyuni. Sie starten fast alle gegen 10 Uhr. Wenn Du also morgens gegen 6 Uhr mit dem Nachtbus ankommst, kannst Du Deine Tour direkt starten. In Uyuni selbst gibt es eh nichts, was Du sehen musst.

Mein 1-tägiger Trip kostete um die 40 Euro, Mittagessen inklusive. Die 3-tägigen Touren kosten um die 150 Euro, wobei Mahlzeiten und Unterkünfte inklusive sind. Aber Achtung, es wird eiskalt in der Nacht. Packe also genügend warme Sachen ein.

Wenn nicht gerade starker Schneefall die Fahrt unterbricht, kannst Du einen Transport nach San Pedro de Atacama in Chile dazu buchen. Alternativ bringt Dich die Tour nach Uyuni zurück.

Ich habe Boliviens Death Road überlebt

Juni 27, 2017

Wer nach La Paz kommt, kann ein Abenteuer nicht übersehen. An jeder Ecke findet man entweder Werbung dafür, oder einen Überlebenden, der das stolz auf seinem T-Shirt preisgibt: Die Death Road.

In über 4.000 Metern Höhe beginnt ein Schotterweg, der sich in Serpentinen am Berg herunter schlängelt. Mit mehr tödlichen Unfällen als irgendwo sonst auf der Welt, bekam die Straße den Namen Death Road. Also die Straße des Todes!

Und was macht man als kluger Geschäftsmann daraus? Man schickt lebensmüde Touristen auf Mountainbikes herunter!

Auch ich hatte vor meiner Ankunft bereits von der Death Road gelesen. Ich bin ja bei besonderen Abenteuern schnell Feuer und Flamme. Aber ich muss zugeben, so ganz sicher war ich mir nicht, ob ich es wagen sollte.

Darum quetschte ich jeden darüber aus, der es bereits hinter sich hatte. Alle waren begeistert! Was sagte Mutti dazu? „Das machst Du auf keinen Fall!“ Ups, da hatte ich schon gebucht.

Morgens um 7 Uhr ging es also los. Hätte ich doch mal am Abend zuvor nicht bis 1 Uhr nachts im Hostel gefeirt. Todmüde schleppte ich mich in den Minibus, der mich, 7 weitere Verrückte und die Räder den Berg hinauffuhr.

Wir wurden mit Helmen, Ellenbogen- und Knieschützern sowie einer Jacke und Hose ausgestatten. Als letztes Mahl gab es Brötchen mit Marmelade. Na das hätte ich mir besser ausgesucht.

Doch schon ging es auf die Räder. Zunächst ging es auf der asphaltierten Straße den Berg hinunter. Schnell nahmen wir Tempo auf. Die anderen rasten nur so an mir vorbei. Ich bin doch nur mit meinem gemütlichen Damenrad in der Stadt unterwegs. Sooo schnell bin ich noch nie mit dem Fahrrad gefahren. Da wurde mir also schon das erste Mal etwas mulmig. Na das kann ja was werden…

Nach 20 Minuten erreichten wir die eigentliche Death Road. Jetzt ging es auf den Schotterweg, mal sehr schmal aber höchstens ein paar Meter breit und ohne Begrenzung. Den Abgrund konnten wir aufgrund der Wolken zum Glück kaum sehen. Aber man konnte noch ganz gut erahnen, wie steil es da herunterging.

Also Augen zu und durch. Gut, die Augen blieben besser auf. Es war ziemlich holprig und da es bergab ging, nahm ich schnell wieder Geschwindigkeit auf. Oh je, dass war ein Gepolter und Geschüttel auf dem Rad. Ich ließ die Bremsen kaum locker und krallte mich etwas verkrampft am Lenkrad fest.

Ich hatte etwas Ähnliches noch nie zuvor gemacht. Es könnte also sein, dass die Death Road für die Jungfernfahrt der falsche Ort ist. Aber ich habe dafür bezahlt, also zieh ich das jetzt durch! Hmm, das hatte ich mir beim Bungee Jumping auch gesagt. Na wird schon werden.

Wie können die anderen nur so schnell sein? Wir hielten immer wieder für kleine Pausen an. Entweder stand ein Fotoshooting an, oder ein paar Snacks bereit. Da konnte ich etwas durchatmen, bevor es auf die nächste Etappe ging. Ich alberte schon rum, ich sei die Oma der Gruppe, wo ich doch immer zum Schluss eintrudelte. Aber bei einer Gruppe, die fast ausschließlich aus Jungs besteht, eigentlich kein Wunder.

Zugegeben, ich war die ganze Zeit so auf das „Bitte-nicht-hinfallen“ konzentriert, dass ich von der Aussicht gar nicht viel mitbekommen habe. Doch unter einem Wasserfall hindurch zu fahren war schon besonders.

Ich kann aber nicht leugnen, dass ich mega froh war, ohne Sturz unten angekommen zu sein. Das kann man deutlich auf meinem Gesicht sehen.

Zum Glück wurden wir mit den Klamotten ausgestattet. Wir sahen vielleicht aus hinterher…Nein, ich hab mir nicht vor Angst in die Hose gemacht!

War ich froh, es gemacht zu haben? Ja!

Würde ich es wieder tun? Nein!

Aber ich würde es trotzdem weiterempfehlen. Alle hatten einen riesen Spaß und es ist ja nicht jeder so verkrampft auf dem Rad unterwegs wie ich 😉 Auch wenn der Abgrund so einige Male ziemlich einschüchternd war, so kann man sein Tempo selbst bestimmen und das Risiko minimieren. Ja, man kann ungebremst tausende Meter nach unten stürzen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber minimal!

Würdest Du Dich trauen?


So buchst Du die Death Road

Es gibt hierfür Anbieter wie Sand am Meer. Ich hatte mich für Altitude Adventures entschieden. Sie haben gute Bewertungen bei Trip Advisor und da ich vorab mit Bolivia Hop unterwegs war, bekam ich einen Rabatt.

Die Ausrüstung, ein paar Snacks und die Fotos hinterher sind im Preis enthalten.

Ich buchte meine Tour einen Tag im Voraus in deren Office ( 265, Santa Cruz, La Paz) und zahlte ca. 75 USD.

Ein Spaziergang durch La Paz

Juni 26, 2017

Im Nachtbus nach La Paz

Von Cusco führte mich mein Weg weiter nach La Paz. Die Stadt, mit dem am höchsten gelegensten Regierungssitz der Welt. Zum Glück hatte ich mich in Cusco schon akklimatisiert.

Erster Halt: Titicacasee

Da nicht nur viele Wege nach Rom sondern auch nach Bolivien führen, entschied ich mich für Bolivia Hop. Mit diesem Nachtbus ging es um 22 Uhr los. Morgens um 6 Uhr erreichte ich zunächst Puno, den kleinen Ort auf der peruanischen Seite des Titicacasees. Wir hatten genug Zeit, um vor Ort eine Bootstour zu den „Floating Islands“ zu unternehmen.

Allerdings war ich auf die Eiseskälte nicht vorbereitet. Ich bibberte im Boot nur so vor mich hin. Es ist übrigens der am höchstgelegenste befahrbare See. Bis dato wusste ich auch nicht, dass es auf dem See schwimmende, bewohnte Inseln gibt. Damit sie nicht hin und her treiben, sind sie mit einem Seil am Grund des Flusses befestigt. Außerdem sinkt man bei jedem Schritt mindestens 15 cm in den Boden. Ein unwirkliches Gefühl. Aber so bekamen wir einen kleinen Eindruck von dem Leben auf dem Titicacasee, bevor es mit dem Bus weiter ging.

Zwei Stempel an einem Tag

Ich liebe ja die Grenzen an Land im Gegensatz zu denen am Flughafen. Sie halten immer irgendwelche Überraschungen parat und der Gang durch das Niemandsland fühlt sich jedesmal spannend an. Zum Glück habe ich keinen us-amerikanischen Pass. Die Lieben dürfen nämlich 160 US$ für die Einreise zahlen und müssen Fotos, Ausweiskopien und wer weiß was dabei haben. Gesegnet sei mein deutscher Pass 🙂 Dafür hatte ich dann neben meinem bolivianischen Stempel auch einen vom Titicacasee. Mein dritter „Sonderstempel“.

Nach dem letzten Stopp in Copacabana, der bolivianischen Seite des Titicacasees, ging es nonstop nach La Paz.

Ernüchterung in La Paz

Gern würde ich jetzt von meinem nächsten Überraschungshit a la Cuenca berichten. Leider war mein erster Eindruck etwas anders. Der Verkehr war auch abends um 22Uhr noch eine Katastrophe, die Straßen kaputt, die Stromkabel hingen nur so kreuz und quer und generell machte die Stadt einen düsteren Eindruck. Unser Tourguide von Bolivia Hop versicherte mir jedoch, dass ich ein Hostel im sicheren Teil der Stadt gebucht hatte. Na immerhin…

Gut, ich hatte nicht nur einen sicheren Teil ausgesucht, sondern auch das Partyzentrum. Jede Nacht verwandelte sich das Wild Rover in eine ausgelassene Partyhochburg. Ich habe mich in 2 von 3 Nächten davon anstecken lassen. Könnte sein, dass auch ich am letzten Abend auf dem Tresen getanzt habe. Aber da es keine Fotos davon gibt, kann ich das jetzt auch einfach leugnen.

No Mustache-No Service, Taco-Wettessen und ein Karaokeabend waren da genug Gelegenheiten, ordentlich Spaß zu haben!

Aber kommen wir zurück zur Stadt. Das Hostel organisierte auch Walking Touren. Wie gut, dass ich sie am letzten Tag in der Stadt mitgemacht habe. Und siehe da, La Paz hat ja doch ganz interessante Ecken. Komm also mit auf den kleinen Spaziergang durch die Stadt!

In den Straßen von La Paz

Zweitkarriere Schuhputzer… Weil sie nicht erkannt werden wollen, putzen viele der Männer vermummt die Schuhe.

Weniger vermummt, aber dafür mit vielen toten Tieren auf dem Hexenmarkt!

Da sind mir die „normalen“ Märkte doch lieber…

Die Hüte der Chulitas, also schönen Frauen, haben übrigens eine Bedeutung. Sitzen sie kerzengerade auf dem Kopf, ist die Trägerin verheiratet. Sitzt er etwas nach hinten verrückt, ist sie auf der Suche nach einem Mann. Sie sehen vielleicht etwas gut genährt aus, aber der Schein trügt. Sie tragen bis zu 7 Röcke übereinander!

Der Verkehr hat mich am meisten überrascht. Wenn man es denn überhaupt lebendig von A nach B schafft. So etwas habe ich selbst in Asien nicht erlebt! Keine Ordnung, keine Regeln. Wer zuerst kommt, fährt zuerst!

Gut, wenn man Superman ist!

 


So kommst Du von Cusco nach La Paz

Bolivia Hop ist dafür der ideale Anbieter. Für 59 USD fährt der Bus täglich von So-Fr vom Busterminal Cuscos in Richtung La Paz. Bei den Zwischenstopps in Puno und Copacabana kannst Du aussteigen und beliebig lange bleiben. Dein Ticket hat ein Jahr Gültigkeit. Online kannst Du dann Deine Weiterfahrt buchen. Oder so wie ich in 24 Stunden alles sehen und abends in La Paz ankommen.

Die Bootstouren auf dem Titicacasee kosten jeweils 10 USD extra.

Außerdem gibt es einen Guide, der Dich auf der Fahrt begleitet, Dir beim Grenzübergang hilft und Tipps für jedes Ziel hat. Bei Altitude Adventures gibt es zudem Rabatt, wenn Du vorher mit Bolivia Hop gereist bist.

Wenn Du, so wie ich, als Frau allein unterwegs bist, brauchst Du Dir keine Gedanken machen. Ich habe mich zu jeder Zeit sehr sicher gefühlt!

Mein Tag beim Machu Picchu

Juni 23, 2017

Mit dem Bus zum Machu Picchu

Um 5 Uhr morgens machte ich mich auf dem Weg zum Bus, der mich direkt zum Eingang von Machu Picchu bringen würde. Die erste Abfahrt ist um 5.30 Uhr, aber die Schlange soll lang sein. Das Ticket (12 USD, echtes Schnäppchen für 10 Minuten Fahrt) hatte ich in weiser Voraussicht schon einen Tag früher gekauft.

Dass ich mich aber selbst eine halbe Stunde vorher erst 200 Meter von der Haltestelle entfernt einreihen würde, konnte ja keiner ahnen. Gegen 6 Uhr saß ich dann im Bus und konnte gerade rechtzeitig zum Sonnenaufgang oben sein.

Der Aufstieg zum Machu Picchu Mountain

Ich hatte mich vorab gegen einen Trek wie den Inka Trail entschieden. Ich bin kein Hikingfan, warum sollte ich mich also zu etwas zwingen, was ich eh nicht genießen würde?

Als Ausgleich hatte ich mir jedoch den Machu Picchu Mountain ausgesucht, um die Inka-Ruine aus der Vogelperspektive zu sehen. Gut, ausgesucht stimmt nicht ganz. Huayna Picchu (also der Berg, der auf jedem Foto von Machu Picchu im Hintergrund ist) ist Monate im Voraus ausgebucht. Ich habe mein Ticket drei Wochen vorher gekauft und konnte eben nur noch den MP Mountain wählen.

Hätte ich gewusst, dass ich mich 1,5 Stunden nur quälen würde, hätte ich es mir vielleicht gespart. Das Beste war jedoch meine Ankunft an der Spitze: Es war so bewölkt, dass ich nichts sehen konnte.

Machu Picchu Mountain

Das hatte ich ja wieder super hinbekommen!

Also erstmal frühstücken. Doch zu meinem Glück klarte es nach zehn Minuten auf und ich konnte die Aussicht genießen.

Machu Picchu MountainMachu Picchu Mountain

War es nun die Anstrengung wert? Jein. Die Aussicht war toll, aber Machu Picchu auch wahnsinnig weit weg. Solltest Du Dich auf den Weg nach Peru machen, buche rechtzeitig im Voraus und wähle den Huayna Picchu!

Zurück in der Ruinenstadt

Nach einer Stunde Abstieg kam ich wieder zurück in die Ruinen. Ich hatte keinen Tourguide gebucht. Da die Anlage voller Gruppen war, lauschte ich einfach hier und da für eine Weile.

Machu Picchu Machu Picchu Machu Picchu Machu Picchu

Como te llamas?

Ich dachte ja immer, die Fotos mit den Lamas seien bearbeitet. Aber nein, es laufen tatsächlich so einige von ihnen dort umher. Ich habe fast so viele Fotos von den Lamas wie von Machu Picchu selbst 🙂 Aber sind die nicht auch zu lustig?

 

Du warst nicht da, wenn Du keinen Stempel im Pass hast

Du kannst nicht nur bei Grenzübergängen Stempel in Deinem Reisepass sammeln. Meinen ersten Sonderstempel hatte ich auf den Galapagosinseln bekommen. Den zweiten konnte ich nun selbst in meinem Pass verewigen. Beim Ausgang vom Machu Picchu befindet sich ein kleiner Tisch, auf dem Stempel und Stempelkissen nur auf die Touristenmassen warten. Und auch wenn es etwas albern erscheinen mag, über das extra bisschen Tinte habe ich mich sehr gefreut.

Und mit einem letzten Blick verabschiedete ich mich wieder von Machu Picchu. Was für ein unwirklicher Ort!


So buchst Du Machu Picchu:

Den Zug (falls Du auch keine Lust auf Hiking hast) buchst Du am besten über Perurail! Je nach Budget kannst Du nun Deine Fahrt aussuchen. Die verschiedenen Varianten entsprechen den Abteilen des Zuges. Der Vistadome wird aufgrund der Fenster besonders angepriesen. Wobei auch der Expedition diese hat. Es gibt nur weniger Verpflegung.

Achte darauf, von wo Du abfährst bzw. ankommst. Poroy liegt ca. eine halbe Stunde außerhalb von Cusco, ein Taxi dorthin kostet ca. 25 Soles. Ollantaytambo ist ca. 2 Stunden entfernt. Kommst Du hier nach Deinem Machu Picchu Besuch an, warten Minibusse auf Dich, die Dich für 10 Soles wieder nach Cusco bringen.

Dein Ticket für Machu Picchu kannst Du auf der offiziellen Homepage kaufen. Hier ist es am günstigsten und Du siehst sofort, wann welcher Berg verfügbar ist. Es ist etwas kniffelig, sich durch die Seite zu klicken. Aber auch die günstigste Variante!

Ich habe für die Zugtickets ca. 150 USD und für Machu Picchu ca. 50 USD bezahlt.

In Cusco findest Du aber auch gefühlt hundert Reisebüros, die Dir bei der Buchung helfen. Hier kannst Du auch Hikingtouren buchen. Denke nur daran, dass der Inkatrail über Monate ausgebucht ist und Du ihn definitiv rechtzeitig buchen musst! (Mindestens 3-4 Monate vorher)

Cusco, eine Höhenkrankheit und das Basislager des Machu Picchu

Juni 22, 2017

Willkommen in der Touristenhochburg Cusco

Nach vielen Bussen ging es für mich mal wieder in den Flieger. Cusco wartete auf mich, sollte es doch von hier zum Machu Picchu gehen.

Und genau so geht es auch Hunderten anderer Touristen. Die Stadt war nur so überlaufen von ihnen. Das lockt natürlich das Geschäft mit ihnen an. Ich konnte kaum irgendwohin gehen, ohne gefragt zu werden, ob ich nicht eine Massage möchte. Ich dachte, es wäre nur in Thailand so schlimm. Aber die Massagen schienen hier das Hauptgeschäft zu sein. Wobei mich diese Attraktion doch anlockte…

Zum Glück wurden hier Free Walking Touren angeboten, die ein wenig davon ablenkten. So konnte ich die schönen Seiten Cuscos entdecken.

Wenn die Höhenkrankheit zuschlägt

Was mich leider vom Genießen abhielt, war die Höhe der Stadt. Von 0 auf 3.500 Meter in einem Flug. Das konnte nicht gut gehen. Während ich am ersten Tag nur etwas müde war, wäre ich am zweiten Tag am liebsten im Bett geblieben. Mir war schlecht, schwindelig und die Motivation etwas zu unternehmen nicht mehr vorhanden. Ich habe es gerade so für 10 Minuten nach draußen geschafft, um einen Kaffee zu kaufen. Vielleicht hilft ja shoppen gehen? Wem steht es besser?

Nächster Halt: Machu Picchu

Aber Ausruhen und viel Wasser trinken waren zum Glück die richtige Therapie und am dritten Tag ging es mir wieder gut. Und dann fuhr ich mit dem Zug nach Aguas Calientes. Ich bezeichne den Ort mal als das Basislager des Machu Picchu.

Hier kommt nämlich jeder an, der die Inka-Stadt bewundern will. Da ich kein Hiking-Fan bin, ließ ich mich lieber 4 Stunden mit dem Zug durch die wunderbare Kulisse (vorbei an den sich quälenden Wanderern) zum Machu Picchu fahren. Im Vistadome gab es dafür extra große Fenster im Dach, sodass ich nichts von der Aussicht verpasste.

Es gab sogar ein paar Snacks, welche die ausgelassene Stimmung im Zug noch verbesserten. Wie schon am Flughafen der Galapagosinseln waren hier alle bester Laune. Aguas Calientes bot nicht allzu viel. Ein paar Restaurants, Hotels und doppelt so viele Souvenirshops kümmerten sich um die Touristen.

Aber der Ort war eh nur Nebensache für das, was am nächsten Tag auf mich wartete…

Hallo und auf Wiedersehen in Lima

Juni 20, 2017

Da war es also schon, das Ende meiner Gruppenreise.

Von nun an musste ich wieder alles selber organisieren. Oh nein, ich muss auch wieder im Doppelstockbett zu acht im Dorm schlafen. Zwei Wochen Pause von den Hostels und ich war schon verwöhnt. Wie war mein Passwort für Hostelworld nochmal?

Aber bevor der Abschied kam, genossen wir noch einen gemeinsamen Tag in Lima. Wie in einer Sardinenbüchse fuhren wir mit dem Bus in die Altstadt und liefen ziellos umher und genossen einfach die gemeinsame Zeit.

Wir schlemmten auf dem Markt (nein, ich habe kein Meerschweinchen gegessen!) und machten Bekanntschaft mit dem coolsten Lama der Stadt.

An meine geliebten Faultiere in Costa Rica, ihr habt beim Titel „süßestes Tier“ ernste Konkurrenz bekommen. Stell Dir mal ein Faultier auf einem Lama vor. Oh Gott ich dreh durch…und schweife ab…

Als sich der letzte Abend mit meiner Gruppe dem Ende neigte, blieb mir zum Glück eine freudige Aussicht. Denn am nächsten Morgen holte mich mein peruanischer Travelbuddy Gino ab. Wir hatten uns vor 2 Jahren bei unserer Tour durch Südostasien kennen gelernt. Und wie lernt man Lima am besten kennen? Indem man von einem Local herumgeführt wird.

Ab ins Auto und pünktlich zur Wachablösung zum Plaza Mayor. Warum hinter Gittern? Weil uns die Wachen auf Sicherheitsabstand hielten.

Weiter ging es durch die Altstadt, Chinatown und schließlich ans Meer zum Love Park. Warum der so heißt, wird auch schnell klar.

Und was macht man an einem Samstag Abend in Lima? Natürlich als VIP feiern gehen!

Gino, ganz der Gentleman, brachte mich noch zum Flughafen und plauderte etwas aus dem Nähkästchen. Wie schon unser Tourguide berichtete auch er von Horrorstorys. So wurde ein Mädel überfallen und für ein Handy erschossen. Ein Handy!!! Es gibt eine „Mafia“ für Reisepässe. Und als wir kurz vorm Flughafen waren, sollte ich meine Tasche verstecken. Zu oft werden hier die Autofahrer überfallen.

Wie gut, dass ich all‘ die Geschichten erst hörte, als ich mich auf dem Weg nach Cusco machte. Die Tage zuvor fühlte ich mich doch eigentlich sehr sicher in der Stadt. Ohne Zwischenfälle schaffte ich es also in den Flieger und bereitete mich schon auf DAS Highlight schlechthin vor.

Machu Picchu ich komme!